Fräswerkzeuge

Vielseitiger Fräswerkzeuge – präzise abgestimmt auf deine Anforderungen

Welcher Fräser für welche Aufgabe?

Mit dem passenden Fräser holst du aus Oberfräse und Frästisch das Beste heraus. Fünf Typen decken die häufigsten Aufgaben im Holzhandwerk ab – hier der Überblick samt den passenden RUWI-Fräsern.

Abrundfräser

Abrundfräser brechen scharfe Kanten und runden sie sauber ab. Ein kleiner Radius wie R2 macht Werkstücke griffiger; größere Radien wie R6 oder R10 geben Tischplatten und Handläufen eine weiche Haptik. Das Anlauflager führt den Fräser an der Kante entlang – auch an geschwungenen Konturen.

Bei RUWI von R2, R3, R4, R5, R6 und R8 bis R10 und R12,7. Je größer der Radius, desto größer der Fräser – wähle ihn nach der gewünschten Rundung.

Fasenfräser

Ein Fasenfräser bricht die Kante in einem Winkel – meist 45°, etwa für Gehrungen, Sichtkanten oder zum Entgraten. Für gerade, weite Fasen nimmst du den großen Fasenfräser mit Wendeplatte (Schneide drehbar statt nachschärfen) oder die festbestückte Variante. Für enge Innenecken und kleine Radien ist der Miniatur-Fasenfräser mit Anlauflager Ø 5 mm gedacht. Soll der Fräser obere und untere Kante zugleich bearbeiten, übernimmt das der Doppelabrund-/Fasenfräser.

Bündigfräser

Bündigfräser tragen Überstände bündig zu einer Referenzfläche ab – beim Kopieren von Schablonen oder beim Bündigfräsen von Umleimern. Das Anlauflager läuft an Kante oder Schablone entlang. Für große, gerade Konturen eignet sich der Bündigfräser mit Wendeplatten, für enge Innenradien der Bündigfräser mit kleinem Anlauflager Ø 9,5 mm.

Lamellenfräser (Scheibennutfräser)

Der Lamellonuter fräst schmale Schlitze für Flachdübel sowie Nuten für Rückwände und Schubkastenböden. Über verschiedene Anlauflager stellst du die Tiefe ein, sodass ein Fräser mehrere Flachdübelgrößen abdeckt – ein Werkzeug statt einer separaten Flachdübelfräse.

Zinkenfräser

Mit dem Schwalbenschwanzfräser W2 für Hoffmann erzeugst du Schwalbenschwanz- und Gratverbindungen maschinell und präzise – etwa für Schubladenecken oder als Brücke zum Hoffmann-Verbindersystem. Für saubere Passungen arbeitest du je nach Verbindung mit Schablone oder Vorrichtung.

Wendeplatte oder festbestückt?

Zwei Bauarten, dieselbe Aufgabe – der Unterschied liegt in der Schneide. Beim festbestückten Fräser ist die Hartmetallschneide fest verlötet; läuft sie stumpf, schärfst du sie nach. Das gibt eine sehr saubere Schnittkante und feine Radien, was bei sichtbaren Kanten und kleinen Profilen zählt. Beim Fräser mit Wendeplatte schraubst du die Schneide ab und drehst sie auf eine frische Kante, statt nachzuschärfen – das spart Zeit und hält die Maße konstant, lohnt sich also bei viel Einsatz und langen, geraden Konturen.

Kurz: Für feine, sichtbare Kanten und enge Radien nimmst du die festbestückte Variante, für hohen Durchsatz und große gerade Flächen die Wendeplatte. Fasen- und Bündigfräser bekommst du bei RUWI in beiden Ausführungen.

Worauf du beim Fräsen achtest

Den Schaft (6, 8 oder 12 mm) spannst du zu rund zwei Dritteln in eine saubere Spannzange – das sorgt für ruhigen Lauf. Größere Fräser laufen mit geringerer Drehzahl; nimm lieber mehrere flache Schnitte als eine zu tiefe Zustellung. Zu langsamer Vorschub erzeugt Brandspuren, zu schneller Rattermarken. Führe den Fräser stets gegen seine Drehrichtung und trage Gehörschutz, Augenschutz und eine Absaugung. Harz- und Kleberreste regelmäßig entfernen und das Anlauflager auf freien Lauf prüfen – das verlängert die Standzeit spürbar.

Welche Drehzahl für welchen Fräser?

Faustregel: Je größer der Fräser, desto niedriger die Drehzahl – sonst wird die Schnittgeschwindigkeit an der Schneide zu hoch, und das Material brennt oder schmiert. Die Richtwerte gelten für Holz am RUWI Frästisch (stufenlos 8.000–25.000 U/min, in der Performance-Variante bis 30.000):

Fräserdurchmesser Richtdrehzahl (U/min)
bis Ø 25 mm 18.000–24.000
Ø 25–40 mm 16.000–20.000
Ø 40–60 mm 12.000–16.000
über Ø 60 mm 8.000–12.000

Beispiele aus der Praxis: eine Weichholzkante mit dem Schleifbandträger (Ø 15 mm) bei rund 8.000 U/min gegen Brandspuren, Multiplex bündigfräsen (Ø 19 mm) bei 18.000–22.000, eine Lamello-Nut in Spanplatte (Ø 40 mm) bei höchstens 18.000, Kunststoffkanten bei rund 12.000, damit nichts schmiert. Kunststoff und Schleifarbeiten laufen grundsätzlich langsamer als Holz. Im Zweifel niedriger anfangen und mit einem Probeschnitt herantasten.

Schleifen und Zubehör

Neben den Fräsern laufen in derselben Aufnahme auch Schleifbandträger: Du steckst den Schleifbandträger Ø 15 mm oder Ø 30 mm mit 6-mm-Schaft ein und schleifst damit Rundungen und Innenkonturen, die du mit Schleifpapier von Hand kaum erreichst. Die passenden Schleifbänder (Ø 15, Ø 30) sind Verschleißteil.

Für den Frästisch gibt es Spannzangen mit Überwurfmutter in mehreren Größen, für die stärkeren Modelle die Performance-Variante.

An welche Maschine passen die Fräser?

Alle Fräser haben einen Schaft von 6, 8 oder 12 mm und laufen damit in jeder handelsüblichen Oberfräse – etwa von Festool, Mafell oder Bosch – ebenso wie im RUWI Frästisch. Am mehrspindligen Frästisch behältst du mehrere dieser Fräser gleichzeitig eingespannt und wechselst zwischen Abrunden, Fasen und Bündigfräsen, ohne umzurüsten. Welche Drehzahl zu welchem Fräserdurchmesser passt, siehst du in der Tabelle weiter oben.

Häufige Fragen zu Fräsern

Welcher Fräserschaft passt in meine Maschine – 6, 8 oder 12 mm?

Das hängt von der Spannzange ab. In den meisten Oberfräsen und im RUWI Frästisch sitzt serienmäßig eine 8-mm-Spannzange, daneben gibt es 6 mm und 6,35 mm für Zollschäfte. 12-mm-Schäfte brauchen eine Maschine mit passender Aufnahme – beim RUWI Frästisch die Performance-Variante mit Spannzange Ø 12 mm. Prüfe vor dem Kauf, welche Schaftgrößen deine Maschine aufnimmt.

Hartmetall (HM) oder HSS – was nehme ich?

Für Holz, Plattenwerkstoffe und Kunststoff sind hartmetallbestückte Fräser (HM) der Standard: Sie halten die Schneide deutlich länger als HSS und schneiden auch in leimhaltigen Werkstoffen wie Span- oder MDF-Platten sauber. HSS ist weicher und eher für gelegentliche Arbeiten in Weichholz gedacht. Die RUWI Fräser sind hartmetallbestückt.

Welche Drehzahl für welchen Fräser?

Als Faustregel: kleiner Fräser hohe Drehzahl, großer Fräser niedrige. Die Richtwerte je Durchmesser stehen in der Tabelle weiter oben. Kunststoff und Schleifarbeiten laufen langsamer als Holz, damit nichts brennt oder schmiert.

Kann ich Oberfräser auch im Frästisch einsetzen?

Ja. Es sind dieselben Schaftfräser – du spannst sie über die Spannzange ein, ob in der handgeführten Oberfräse oder unter der Platte des RUWI Frästischs. Am mehrspindligen Frästisch bleiben sogar mehrere Fräser gleichzeitig eingespannt, sodass du ohne Umrüsten zwischen Abrunden, Fasen und Bündigfräsen wechselst.

Mein Anlauflager läuft schwer – was tun?

Meist sind Harz- und Kleberreste die Ursache. Reinige das Lager regelmäßig und prüfe, ob es frei dreht. Ist es verschlissen, lässt es sich tauschen – sprich uns für ein Ersatzlager einfach an.

Kann ich die Fräser nachschärfen lassen?

Festbestückte Hartmetallfräser kannst du von einem Schärfdienst mehrfach nachschärfen lassen, bis die Schneidengeometrie es nicht mehr zulässt. Bei Fräsern mit Wendeplatte entfällt das Schärfen ganz – du drehst oder tauschst einfach die Platte.

Im Gleich- oder Gegenlauf fräsen?

In aller Regel im Gegenlauf, also den Fräser gegen die Vorschubrichtung führen – das ist sicherer und verhindert, dass dir das Werkstück weggerissen wird. Gleichlauf bleibt kontrollierten, maschinell geführten Arbeiten vorbehalten.